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Neues vom Fliesen-Fall

Die Frage, ob ein Verkäufer einer mangelhaften Sache diese im Rahmen seiner Gewährleistungspflicht aus- und die mangelfreie Sache wieder einbauen muss, beschäftigte lange Zeit die deutschen Gerichte und bescherte Jurastudenten spannende Klausuren und Hausarbeiten (Dachziegel-Fall, Parkettstäbe-Fall, Fliesen-Fall). Nun hat der EuGH über diese Fallkonstellation entschieden:

Im Fall einer Ersatzlieferung für ein mangelhaftes Verbrauchsgut muss der Verkäufer das Gut aus der Sache ausbauen, in die es vom Verbraucher gutgläubig eingebaut wurde, und das als Ersatz gelieferte Verbrauchsgut in diese Sache einbauen oder die für diese Vorgänge notwendigen Kosten tragen (…) Weiterlesen

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Wertersatzpflicht bei Widerruf eines Fernabsatzvertrags

Der Bundesgerichtshof hat am 3.11.2010 (Az: VIII ZR 337/09) erneut eine Entscheidung zur Wertersatzpflicht eines Verbrauchers bei Widerruf eines Fernabsatzvertrags getroffen und dabei die Verbraucherrechte weiter gestärkt.

Der Sachverhalt:

Im August 2008 schlossen die Parteien per E-Mail einen Kaufvertrag über ein Wasserbett zum Preis von 1.265 €. Das Angebot des Beklagten, der die Wasserbetten über das Internet zum Verkauf anbietet, war dem Kläger per E-Mail als angehängte PDF-Datei übersandt worden. Der Text der E-Mail enthält eine Widerrufsbelehrung. Im weiteren Text der E-Mail heißt es:

“Im Hinblick auf die o. g. Widerrufsbelehrung weisen wir ergänzend darauf hin, dass durch das Befüllen der Matratze des Wasserbettes regelmäßig eine Verschlechterung eintritt, da das Bett nicht mehr als neuwertig zu veräußern ist.”

Das Wasserbett wurde gegen Barzahlung beim Käufer angeliefert. Der Käufer baute das Wasserbett auf und befüllte die Matratze mit Wasser. Anschließend übte er sein Widerrufsrecht aus. Nach Abholung des Wasserbetts forderte er den Verkäufer zur Rückzahlung des Kaufpreises auf. Der Verkäufer erstattete lediglich einen Betrag von 258 € und machte geltend, dass das Bett nicht mehr verkäuflich sei; lediglich die Heizung mit einem Wert von 258 € sei wieder verwertbar. (…) Weiterlesen

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Staatliches Glücksspielmonopol europarechtswidrig

Gestern hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass die deutsche Regelung über ein staatliches Sportwettenmonopol, die nach einem Urteil des BVerfG (Urteil v. 28.03.2006 – Az.: 1 BvR 1054/01) gegen die Niederlassungsfreiheit und die Dienstleistungsfreiheit verstoßen, nicht für eine Übergangszeit weiter angewandt werden dürfen. Der Sachverhalt:

Die Firma WinnerWetten verfügt über ein Geschäftslokal in Bergheim, in dem sie Sportwetten für die Tipico Co. Ltd mit Sitz in Malta vermittelt. Mit Verfügung vom 28.5.2005 untersagte ihr die Bürgermeisterin der Stadt Bergheim unter Androhung von Schließung und Versiegelung des Geschäftslokals die weitere Ausübung dieser Tätigkeit.

Ein dagegen gerichteter Widerspruch von WW wurde zurückgewiesen. Daraufhin erhob WW beim VG Köln Klage gegen den Widerspruchsbescheid und die Untersagungsverfügung vom 28.5.2005. Zur Begründung trug sie vor, dass das staatliche Sportwettenmonopol, auf das diese Verfügungen gestützt seien, gegen die durch Art. 49 EG (jetzt: Art. 56 AEUV) gewährleistete Dienstleistungsfreiheit verstoße. Das VG Köln war im Hinblick auf das Urteil des EuGH im Fall Gambelli u.a. (C-243/01, Slg. 2003, I-13031) und das Urteil des BVerfG (Urteil v. 28.03.2006 – Az.: 1 BvR 1054/01) der Ansicht, dass das im Land NRW bestehende Monopol sowohl gegen Gemeinschaftsrecht als auch gegen das Grundgesetz verstoße. Es war sich jedoch unsicher, ob – wie vom BVerfG angeordnet – für eine Übergangszeit bis zur gesetzlichen Neuregelung die deutschen Vorschriften über das Monopol weiterhin angewendet werden dürfen. (…) Weiterlesen

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Mangold-Urteil des EuGH verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden

Die Beschwerdeführerin ist ein Unternehmen der Automobilzulieferung (Honeywell), das im Februar 2003 mehrere befristete Arbeitsverträge mit zuvor arbeitslosen Personen schloss, ohne für die Befristung einen sachlichen Grund zu haben. Nach der damals geltenden Fassung von § 14 Abs. 3 Satz … Weiterlesen

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Hinsendekosten bei Widerruf des Fernabsatzvertrages

Der EuGH hat heute entschieden (Urteil vom 15.4.2010 – C‑511/08), dass Art. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 Satz 2 und Abs. 2 der Fernabsatzrichtlinie dahin auszulegen ist, dass er einer nationalen Regelung entgegensteht, nach der der Lieferer in einem im Fernabsatz abgeschlossenen Vertrag dem Verbraucher die Kosten der Zusendung der Ware auferlegen darf, wenn dieser sein Widerrufsrecht ausübt. Die Handelsgesellschaft Heinrich Heine ist eine im Versandhandel tätige Gesellschaft. Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen sehen vor, dass der Verbraucher einen pauschalen Versandkostenanteil von 4,95 Euro trägt. Diesen Betrag hat das Versandunternehmen im Fall eines Widerrufs nicht zu erstatten. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, ein Verbraucherverein nach deutschem Recht, erhob gegen die Handelsgesellschaft Heinrich Heine Klage auf Unterlassung, den Verbrauchern im Fall des Widerrufs die Kosten der Zusendung der Waren aufzuerlegen. (…) Weiterlesen

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